BUS/SYSTEME >> Wenn wir über Smart Energy sprechen: Welche drei Elemente müssen zusammenspielen, damit aus Einzeltechnologien ein wirklich intelligentes Energiesystem entsteht?
Erik Förster >> Die drei wesentlichen Elemente für Smart Energy sind die Vernetzung von Energieerzeuger, -verbraucher und -speicher auf dezentraler Ebene mit Prognose und Optimierungsfunktionalität. Erst durch dieses Zusammenspiel werden einzelne Technologien zu einem koordinierten Gesamtsystem, das Energieflüsse nicht nur erfasst, sondern aktiv steuert und optimal aufeinander abstimmt. Neben diesen Elementen ist die Sektorkopplung, also die ganzheitliche Betrachtung von Strom, thermischer Energie und Mobilität ein wesentlicher Aspekt. Dadurch werden bislang getrennte Sektoren miteinander verbunden und neue Flexibilitätspotenziale erschlossen. Entscheidend dabei ist die datenbasierte Kollaboration der Einzeltechnologien, da sie die Grundlage für die Steigerung der Energieeffizienz bildet. Genau an dieser Schnittstelle von Energieeffizienz, Digitalisierung und praktischer Umsetzung arbeiten wir im Kompetenzzentrum Energieeffizienz durch Digitalisierung der Deutsche Energie-Agentur. Ziel ist es, Wissen aufzubereiten und zu bündeln, Akteure zu vernetzen und digitale Lösungen für die Energiewende sichtbar zu machen und Unternehmen zu motivieren in solche Lösungen zu investieren.
BUS/SYSTEME >> Was verändert sich grundlegend im Energiesystem durch die zunehmende Digitalisierung, insbesondere im Zusammenspiel von Erzeugung, Netz und Verbrauch, und wie wird dieses Zusammenspiel künftig gesteuert?
Erik Förster >> Durch die zunehmende Digitalisierung verändert sich das Energiesystem vor allem in seiner Transparenz und Steuerbarkeit. Die feingranulare Erfassung und hochauflösende Messung von Energieflüssen ermöglichen eine präzise Analyse der Verläufe und die Identifikation von Einsparpotenzialen auf allen Ebenen des Energiesystems. Die Verteilung der relevanten Informationen in Echtzeit ermöglicht angepasste Reaktionen und steuernde Eingriffe zur optimalen Energienutzung bis in die kleinste Energieeinheit. Dadurch werden Erzeugungsanlagen, Speicher, Netze und Verbraucher zunehmend intelligent miteinander vernetzt und können aufeinander reagieren. Es lässt sich beispielsweise der Verbrauch gezielt in Zeiten hoher erneuerbarer Stromerzeugung verschieben oder die Netzauslastung durch intelligente Steuerung optimieren. Die Digitalisierung treibt die netzdienliche Steuerung voran, während die Automatisierung den Aufwand für die notwendigen Systemdienstleistungen reduziert. KI-Algorithmen unterstützen dabei sowohl Prognosen als auch Optimierungen. Voraussetzung dafür ist der konsequente Ausbau der digitalen Infrastruktur und der intelligenten Messsysteme.
Das gesamte Interview finden Sie in der neuen Ausgabe der BUS/SYSTEME: 02/2026.
